Das irische Drama

Noch vor wenigen Jahren hat man in der Schweiz ernsthaft debattiert, was wir hier falsch machen und die Iren richtig. Wirtschaftlich galten die «keltischen Tiger» als die Überflieger Europas. Jetzt ist genau das Gegenteil der Fall. Irland ist wirtschaftlich am Boden: «Nach einer plötzlichen Verschlechterung seines Zustandes wurde der irische Patient – einst bekannt als irische Republik – in die Intensivstation verlegt, wo er jetzt künstlich beatmet wird», schreibt der irische Ökonom Morgan Kelly in einem Anflug von Sarkasmus und fährt fort: «Während ein Sprecher des Spitals – genannt Jean-Claude Trichet – Optimismus zu verbreiten versucht, besteht keine Aussicht darauf, dass der Patient wieder gesund wird.»
Wirtschaftsprofessor Kelly ist in Irland vor allem dafür bekannt, dass seine Einschätzungen zur Krise bisher äusserst treffsicher waren. Daher hat ein Artikel, den er mit dem obigen Vergleich in der «Irish Times» eingeleitet hat, auch eine besonders grosse Bedeutung. Dort zeigt er sich überzeugt, dass Irland einen Staatsbankrott nicht werde vermeiden können, schon im nächsten Jahr werde das Land zahlungsunfähig sein. Insolvent sei der Staat bereits jetzt.


KOPP-Eilmeldung: EU rüstet sich für Ausfall von Irland
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