Mittwoch, 10. November 2010

Irland ist Pleite

Das irische Drama




Die ausländischen Banken erhielten ihr Geld zurück, die Steuerzahler müssten die Rechnung noch über viele Jahre begleichen: Protest in Dublin schon am Anfang der Krise im Februar 2009.

Irland sei im nächsten Jahr zahlungsunfähig, prophezeit ein irischer Ökonom. Noch vor kurzem haben alle den «keltischen Tiger» beneidet. Jetzt drohen gar soziale Unruhen. Die Geschichte einer selbstgemachten Katastrophe.

Noch vor wenigen Jahren hat man in der Schweiz ernsthaft debattiert, was wir hier falsch machen und die Iren richtig. Wirtschaftlich galten die «keltischen Tiger» als die Überflieger Europas. Jetzt ist genau das Gegenteil der Fall. Irland ist wirtschaftlich am Boden: «Nach einer plötzlichen Verschlechterung seines Zustandes wurde der irische Patient – einst bekannt als irische Republik – in die Intensivstation verlegt, wo er jetzt künstlich beatmet wird», schreibt der irische Ökonom Morgan Kelly in einem Anflug von Sarkasmus und fährt fort: «Während ein Sprecher des Spitals – genannt Jean-Claude Trichet – Optimismus zu verbreiten versucht, besteht keine Aussicht darauf, dass der Patient wieder gesund wird.»

Wirtschaftsprofessor Kelly ist in Irland vor allem dafür bekannt, dass seine Einschätzungen zur Krise bisher äusserst treffsicher waren. Daher hat ein Artikel, den er mit dem obigen Vergleich in der «Irish Times» eingeleitet hat, auch eine besonders grosse Bedeutung. Dort zeigt er sich überzeugt, dass Irland einen Staatsbankrott nicht werde vermeiden können, schon im nächsten Jahr werde das Land zahlungsunfähig sein. Insolvent sei der Staat bereits jetzt.






KOPP-Eilmeldung: EU rüstet sich für Ausfall von Irland



Nach Angaben aus Berliner Regierungskreisen bereiten sich die Euroländer darauf vor, Irland mit Geld aus dem EU-Rettungsfonds vor dem Staatsbankrott zu helfen.

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